Hackfleisch-Paprika-Strudel mit Käse – knusprig aus dem Ofen
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Der Strudel war bei uns das Essen für Abende, an denen es schnell gehen musste, aber trotzdem nach etwas aussehen sollte. Meine Oma hat die Hackfüllung immer am Vortag gemacht – nicht aus Planung, sondern weil sie kalt sein muss. Warme Füllung weicht den Blätterteig auf, bevor er überhaupt in den Ofen kommt.

Auf einen Blick
1 Std. 25 Min.
Gesamtzeit
25 Min.
Arbeitszeit
4 Portionen
Menge
640 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 4 Portionen
Zubereitung
Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig und richtig braun anbraten. Zwiebel und Knoblauch zugeben, kurz mitbraten, dann das Tomatenmark einrühren und eine Minute mitrösten – das nimmt ihm die säuerliche Schärfe.
⏱ ca. 10 Min.
Die Paprikawürfel zugeben und fünf Minuten mitbraten, bis sie weich sind und die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Paprikapulver, Majoran, Salz und Pfeffer kräftig würzen.
⏱ ca. 8 Min.
Randnotiz: Die Füllung muss trocken sein, nicht saftig. Wenn noch Flüssigkeit in der Pfanne steht, bei hoher Hitze offen einkochen lassen – jeder Löffel Flüssigkeit landet später als Matsch im Teigboden.
Die Pfanne vom Herd nehmen, den Frischkäse unterrühren und die Füllung vollständig abkühlen lassen – mindestens 30 Minuten, im Kühlschrank geht es schneller.
⏱ ca. 30 Min.
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Blätterteig samt Backpapier ausrollen. Die kalte Füllung auf dem unteren Drittel der Länge nach verteilen, dabei rundum 3 cm Rand lassen. Den geriebenen Käse darüberstreuen.
⏱ ca. 8 Min.
Die Seiten einschlagen und den Teig von der belegten Seite her straff aufrollen. Mit der Naht nach unten auf ein Blech legen, mit verquirltem Eigelb bestreichen und die Oberseite drei- bis viermal schräg einschneiden – sonst platzt der Strudel an einer beliebigen Stelle auf.
⏱ ca. 8 Min.
30 Minuten backen, bis der Strudel tief goldbraun ist. Fünf Minuten ruhen lassen und mit einem Sägemesser in dicke Scheiben schneiden. Dazu passen Feldsalat und ein Klecks Schmand.
⏱ ca. 30 Min.
Von uns getestet
Warme Füllung gegen kalte Füllung – zwei Strudel aus derselben Pfanne, einer sofort gefüllt, einer nach 40 Minuten Abkühlen. Der warm gefüllte ging kaum auf, der Boden war nach dem Backen durchgeweicht und ließ sich nicht anheben; die Schichtung war komplett verloren. Der kalt gefüllte blätterte sichtbar, war rundum knusprig und ließ sich sauber schneiden. Gleiche Zutaten, gleicher Ofen – nur die Temperatur der Füllung war anders.
Variationen
Mit Feta statt Frischkäse: kräftiger und salziger, dann sparsamer salzen.
Mit Zucchini: eine kleine, geraspelt und ausgedrückt, unter die Füllung – bringt Gemüse hinein, ohne dass es jemand merkt.
Als Muffins: Blätterteig in Quadrate schneiden, in eine Muffinform drücken, füllen und 20 Minuten backen.
Scharf: ein Teelöffel Ajvar und eine gehackte Chili in der Füllung.
Häufige Fragen
Warum ist mein Strudelboden weich?
Fast immer zu feuchte oder zu warme Füllung. Die Füllung trocken einkochen und vollständig abkühlen lassen. Als Zusatzversicherung kann man zwei Esslöffel Semmelbrösel auf den Teig streuen, bevor die Füllung daraufkommt – die binden austretenden Saft.
Kann ich den Strudel vorbereiten?
Die Füllung ja, die hält zwei Tage im Kühlschrank und muss ohnehin kalt sein. Den fertig gerollten Strudel sollte man dagegen zügig backen, weil der Teig weich wird. Alternativ roh einfrieren und gefroren backen – dann etwa zehn Minuten länger.
Blätterteig oder Filoteig?
Blätterteig, wenn es saftig und mächtig sein soll – so ist das Rezept gedacht. Filoteig wird deutlich knuspriger und leichter, braucht aber mehrere gebutterte Schichten und verzeiht feuchte Füllung überhaupt nicht.
Warum platzt der Strudel auf?
Weil der Dampf keinen Weg nach draußen findet. Drei bis vier schräge Einschnitte in die Oberseite geben ihm einen kontrollierten Ausgang. Außerdem die Naht wirklich nach unten legen und die Seiten sauber einschlagen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Reste halten im Kühlschrank zwei Tage. Zum Aufwärmen unbedingt in den Ofen bei 180 Grad für zehn Minuten – in der Mikrowelle wird der Blätterteig zäh und ledrig. Gebacken einfrieren funktioniert gut (drei Monate); gefroren bei 180 Grad etwa 20 Minuten aufbacken, dann ist er wieder knusprig.

