Gebackene Hühnerbrust mit gebratenem Reis – Familienrezept
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Gebratener Reis war bei uns nie ein Rezept, sondern Resteverwertung – gekochter Reis vom Vortag ist nie weggekommen. Zusammen mit einer saftigen Hühnerbrust aus dem Ofen wurde daraus mit der Zeit ein richtiges Familienessen. Die zwei Geheimnisse: trockener Reis und die Kerntemperatur.

Auf einen Blick
1 Std. 10 Min.
Gesamtzeit
20 Min.
Arbeitszeit
4 Portionen
Menge
580 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 4 Portionen
Für die Hühnerbrust
Für den gebratenen Reis
Zubereitung
Der Reis wird am besten schon am Vortag gekocht: nach Packungsanweisung garen, ausdampfen lassen und über Nacht offen in den Kühlschrank stellen. Dabei verfestigt sich die Stärke an der Oberfläche der Körner, und genau deshalb bleibt der Reis später in der Pfanne körnig statt matschig. Wer es vergessen hat: frisch gekochten Reis dünn auf einem Blech ausbreiten und mindestens eine Stunde kalt stellen.
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Hühnerbrustfilets mit Küchenpapier gründlich trockentupfen – nur auf trockenem Fleisch haftet die Marinade, und nur trockenes Fleisch bräunt, statt im eigenen Saft zu dämpfen. Öl, Senf, Paprikapulver, Salz und Pfeffer verrühren und die Filets rundum damit einreiben.
⏱ ca. 10 Min.
Die Filets in eine Auflaufform legen und im heißen Ofen 20 bis 25 Minuten backen, je nach Dicke. Wer ein Bratenthermometer hat, nimmt sie bei 72 Grad Kerntemperatur heraus – das ist der Punkt, an dem das Fleisch sicher gar, aber noch saftig ist. Jede weitere Minute darüber presst nur Saft heraus.
⏱ ca. 25 Min.
Randnotiz: Ungleich dicke Filets vorher am dicken Ende leicht flach drücken, dann garen alle gleichmäßig.
Die fertigen Filets aus dem Ofen nehmen, locker mit Alufolie abdecken und fünf Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft wieder im ganzen Filet – schneidet man sofort an, läuft er aufs Brett statt auf die Gabel.
⏱ ca. 5 Min.
Während das Fleisch im Ofen ist, die Eier verquirlen und in einer großen Pfanne mit wenig Öl bei mittlerer Hitze stocken lassen. In grobe Stücke reißen und wieder herausnehmen – so bleiben sie fluffig, statt beim Reisbraten zu zerbröseln.
⏱ ca. 3 Min.
Das restliche Öl in derselben Pfanne stark erhitzen, Zwiebel darin eine Minute anbraten, dann Erbsen und Möhren dazugeben und weitere zwei Minuten braten. Nun den kalten Reis dazugeben, dabei Klümpchen mit dem Pfannenwender zerdrücken. Wichtig: nur alle 30 Sekunden wenden statt dauernd zu rühren – der Reis braucht Kontakt zur heißen Pfanne, um Röstaromen zu entwickeln.
⏱ ca. 6 Min.
Die Sojasauce am heißen Pfannenrand entlang angießen, nicht direkt auf den Reis – so karamellisiert sie kurz und schmeckt kräftiger. Eier und Frühlingszwiebeln unterheben, mit Pfeffer abschmecken. Die geruhte Hühnerbrust in Scheiben schneiden und auf dem Reis anrichten.
⏱ ca. 3 Min.
Aus unserer Küche
Einmal musste es schnell gehen und wir haben frisch gekochten Reis direkt in die Pfanne gegeben: Er klebte in Klumpen zusammen, wurde weich statt körnig und die Sojasauce zog nicht ein, sondern machte alles nass. Mit Reis vom Vortag aus demselben Beutel war das Ergebnis komplett anders – lockere Körner mit leichten Röststellen. Beim Fleisch verlassen wir uns inzwischen aufs Thermometer: Bei 72 Grad herausgenommen war die Brust in jedem Durchgang saftig; ein Testlauf mit fünf Minuten Sicherheitszuschlag endete bei 80 Grad und deutlich trockenem Fleisch.
Variationen
Curryreis: Einen gestrichenen Teelöffel Currypulver mit der Zwiebel kurz im Öl anrösten, bevor der Reis dazukommt – gibt Farbe und ein warmes Aroma, das gut zum Paprika-Hähnchen passt.
Nach Saison: Statt Erbsen und Möhren funktionieren auch fein gewürfelte Paprika, Zucchini oder im Winter Lauch – das Gemüse nur immer klein genug schneiden, damit es in der kurzen Bratzeit gar wird.
Häufige Fragen
Muss der Reis wirklich vom Vortag sein?
Er muss vor allem kalt und trocken sein. Über Nacht im Kühlschrank passiert das von allein, aber der Blech-Trick funktioniert auch: frisch gekochten Reis dünn ausbreiten und eine Stunde kalt stellen. Warmer, frischer Reis wird in der Pfanne immer matschig – das lässt sich durch nichts ausgleichen.
Woher weiß ich ohne Thermometer, dass die Hühnerbrust gar ist?
Am dicksten Punkt einschneiden: Das Fleisch muss durchgehend weiß sein und der austretende Saft klar, nicht rosa. Ein Thermometer ist trotzdem die bessere Investition, weil man damit gar nicht erst übergart – die Dinger kosten wenig und nehmen das Raten weg.
Kann ich Hähnchenschenkel statt Brust nehmen?
Ja, ausgelöste Schenkel werden sogar saftiger, weil sie mehr Fett haben. Sie brauchen bei 200 Grad etwa 30 bis 35 Minuten und vertragen auch ein paar Minuten zu viel, ohne trocken zu werden. Die Marinade bleibt dieselbe.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Fleisch und Reis getrennt abgedeckt im Kühlschrank lagern, beides hält sich zwei Tage. Wichtig beim Reis: nach dem Essen zügig abkühlen lassen und kalt stellen, gebratener Reis soll nicht stundenlang warm herumstehen. Zum Aufwärmen den Reis mit einem Teelöffel Wasser in der heißen Pfanne durchbraten; die Hühnerbrust in Scheiben kurz mit erwärmen, dann trocknet sie nicht aus. Einfrieren funktioniert bei beidem, der Reis wird danach allerdings etwas weicher.

