Quark-Rührkuchen wie von Oma – hoch, locker, ohne Schnickschnack
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Das war der Kuchen für den Fall, dass unangemeldet Besuch kam: Quark hatte meine Oma immer da, und länger als zehn Minuten dauert das Anrühren nicht. Der Quark ersetzt hier die Milch – dadurch geht der Kuchen höher auf, wird lockerer und bleibt drei Tage saftig, statt schon am zweiten trocken zu bröseln.

Auf einen Blick
1 Std. 15 Min.
Gesamtzeit
15 Min.
Arbeitszeit
14 Stücke
Menge
320 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 14 Stücke
Zubereitung
Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform (26 cm) am Boden mit Backpapier bespannen und den Rand fetten. Der Kuchen geht sehr hoch – die Form sollte mindestens 7 cm hoch sein.
⏱ ca. 5 Min.
Margarine, Zucker, Vanillezucker, Salz und Zitronenabrieb mit dem Handrührer fünf Minuten weiß-schaumig aufschlagen. Diese fünf Minuten sind der einzige Grund, warum der Kuchen später so locker ist – hier nicht kürzen.
⏱ ca. 6 Min.
Die Eier einzeln unterrühren und jedes eine halbe Minute einarbeiten. Dann den Quark zugeben und nur kurz unterrühren, bis die Masse gleichmäßig ist.
⏱ ca. 5 Min.
Randnotiz: Kalter Quark direkt aus dem Kühlschrank lässt die aufgeschlagene Fettmasse gerinnen. Den Becher eine halbe Stunde vorher herausstellen, dann bleibt der Teig glatt.
Mehl und Backpulver mischen, über den Teig sieben und auf niedrigster Stufe nur so lange unterrühren, bis kein Mehl mehr sichtbar ist. Der Teig ist dick und fällt schwer vom Löffel – das ist richtig so.
⏱ ca. 4 Min.
Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und in der Mitte eine flache Mulde ziehen: Dann geht der Kuchen gleichmäßig auf statt zu einem Berg mit Riss.
⏱ ca. 3 Min.
60 Minuten auf der zweituntersten Schiene backen. Nach 40 Minuten prüfen – wenn die Oberfläche schon dunkelbraun ist, mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe in der Mitte machen, dann 15 Minuten in der Form ruhen lassen, lösen und auskühlen lassen.
⏱ ca. 60 Min.
Von uns getestet
Quark gegen Milch – wir haben denselben Rührteig einmal mit 500 g Quark und einmal mit 250 ml Milch gebacken. Der Milchkuchen war nach dem Backen zwei Zentimeter flacher und am zweiten Tag deutlich trockener; beim Durchbrechen bröselte er. Der Quarkkuchen blieb elastisch, weil das Eiweiß im Quark Wasser bindet und langsamer abgibt. Am dritten Tag lag der Unterschied im Gewicht bei 45 Gramm zugunsten des Quarkkuchens – so viel Feuchtigkeit hatte der Milchkuchen verloren.
Variationen
Mit Rosinen: 150 g Rosinen in Rum oder Apfelsaft einweichen, abtropfen, in Mehl wenden und unterheben – so sinken sie nicht auf den Boden.
Als Marmorkuchen: Ein Drittel des Teigs mit 3 EL Kakao und 2 EL Milch verrühren, einfüllen und mit der Gabel spiralig durchziehen.
Mit Mandarinen: Eine große Dose abgetropfte Mandarinen auf den Teig setzen, sie sinken beim Backen halb ein.
Als Gugelhupf: Dieselbe Menge in eine gefettete Gugelhupfform, Backzeit etwa 55 Minuten.
Häufige Fragen
Kann ich Butter statt Margarine nehmen?
Ja, eins zu eins. Butter schmeckt runder, Margarine macht den Kuchen minimal lockerer, weil sie weicher ist und sich leichter aufschlagen lässt. Wichtig ist in beiden Fällen nur, dass das Fett wirklich zimmerwarm ist – kalte Butter lässt sich nicht schaumig schlagen.
Warum ist mein Kuchen in der Mitte nicht durch?
Bei einem so hohen Kuchen ist die Temperatur wichtiger als die Zeit. Bei 180 Grad oder mehr ist der Rand fertig, bevor die Mitte durchgegart ist. 170 Grad und die zweitunterste Schiene sind richtig; wenn die Oberfläche zu dunkel wird, abdecken und weiterbacken, statt den Ofen herunterzuregeln.
Muss der Quark abtropfen?
Nein, im Gegensatz zu Quarkcremes wird der Quark hier verbacken und soll seine Feuchtigkeit in den Teig geben. Sehr wässrigen Quark – erkennbar an der Molke oben im Becher – schüttet man vor dem Einrühren einfach ab.
Geht das auch mit Speisequark 40 %?
Ja, der Kuchen wird dann reichhaltiger und etwas kompakter. Dafür kann man die Fettmenge auf 180 g reduzieren. Magerquark ergibt den lockersten Kuchen, weil das Verhältnis von Eiweiß zu Fett höher ist.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Unter einer Haube bei Zimmertemperatur bleibt er vier Tage saftig – das ist die eigentliche Stärke dieses Kuchens. Kühlschrank vermeiden, dort wird die Krume fest. Einfrieren funktioniert hervorragend: ganz oder in Stücken, bis zu drei Monate. Aufgetaute Stücke schmecken kurz bei 150 Grad aufgebacken wie frisch.

