Apfelkuchen nach Großmutters Art – saftiger Blechkuchen
Noch keine Bewertungen – sei du die erste!
Bei meiner Oma gab es diesen Kuchen immer dann, wenn die Äpfel im Keller weich zu werden drohten. Er ist der unspektakulärste Kuchen des ganzen Archivs und trotzdem der, von dem am schnellsten nichts mehr da ist. Das Geheimnis steckt in der Apfelmenge: Es sind fast so viele Äpfel wie Teig.

Auf einen Blick
1 Std.
Gesamtzeit
20 Min.
Arbeitszeit
20 Stücke
Menge
245 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 20 Stücke
Für den Teig
Für den Belag
Zubereitung
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech (ca. 30 × 40 cm) fetten und mit Mehl ausstäuben oder mit Backpapier auslegen.
⏱ ca. 5 Min.
Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in dicke Spalten schneiden – nicht zu dünn, sonst kocht das Obst im Teig zu Mus. Sofort mit dem Zitronensaft mischen, damit sie nicht braun werden, und mit Zucker und Zimt vermengen.
⏱ ca. 12 Min.
Randnotiz: Ein Drittel der Äpfel klein würfeln und unter den Teig rühren, die dicken Spalten kommen obendrauf. So ist in jedem Bissen Apfel, nicht nur in der obersten Schicht.
Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz mit den Quirlen des Handrührers mehrere Minuten hell und luftig aufschlagen. Die Eier einzeln zugeben und jedes gut einarbeiten, bevor das nächste folgt – sonst gerinnt die Masse.
⏱ ca. 8 Min.
Mehl und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch unterrühren. Nur so lange rühren, bis kein Mehl mehr zu sehen ist; jede weitere Umdrehung macht den Kuchen zäh. Die gewürfelten Äpfel unterheben.
⏱ ca. 5 Min.
Den Teig auf dem Blech verstreichen – er ist recht fest, deshalb mit einer nassen Teigkarte arbeiten. Die Apfelspalten dachziegelartig in Reihen daraufsetzen und leicht in den Teig drücken, damit sie beim Backen darin versinken.
⏱ ca. 8 Min.
40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und ein Holzstäbchen zwischen zwei Apfelspalten sauber herauskommt. Auf dem Blech auskühlen lassen und erst kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
⏱ ca. 40 Min.
Randnotiz: Puderzucker auf noch warmem Kuchen löst sich sofort auf und hinterlässt nasse Flecken. Immer erst zuckern, wenn das Blech handkalt ist.
Von uns getestet
Äpfel obenauf gegen Äpfel im Teig – wir haben ein Blech geteilt und beide Varianten parallel gebacken. Die Seite mit den Äpfeln nur obenauf sah schöner aus, war aber im unteren Drittel trocken. Die Seite mit einem Drittel der Äpfel im Teig blieb auch am dritten Tag saftig, weil die Würfel Feuchtigkeit im Krumeninneren abgeben. Kompromiss ist die Fassung oben: Würfel hinein, Spalten darauf – schön UND saftig.
Variationen
Mit Streuseln: 150 g Mehl, 100 g Butter und 80 g Zucker zu Streuseln verkneten und in den letzten 15 Minuten aufstreuen.
Mit Mandeln: 100 g Mandelblättchen über die Apfelspalten streuen – sie rösten mit und geben Biss.
Als Apfel-Schmand-Kuchen: 400 g Schmand mit 2 Eiern und 60 g Zucker verrühren und nach 25 Minuten Backzeit über die Äpfel gießen, dann fertig backen.
Mit Rosinen: 100 g Rosinen eine Stunde in Apfelsaft einweichen und unter den Teig heben – so kannte man ihn in vielen Familien.
Häufige Fragen
Warum wird mein Apfelkuchen unten matschig?
Zu saftige Äpfel oder zu dünn geschnittene Spalten. Beides gibt beim Backen Wasser ab, das nach unten läuft. Dicke Spalten schneiden, säuerliche Sorten nehmen und die Äpfel nach dem Zuckern nicht lange stehen lassen – Zucker zieht Saft. Wer ganz sichergehen will, streut zwei Esslöffel Semmelbrösel auf den Teig, bevor die Äpfel daraufkommen.
Kann ich den Kuchen in einer Springform backen?
Ja, die Menge reicht für zwei 26er-Formen oder eine sehr hohe 28er. Die Backzeit steigt dann auf 50 bis 55 Minuten, und der Kuchen sollte mit Alufolie abgedeckt werden, sobald er oben dunkel genug ist.
Muss ich die Äpfel schälen?
Bei dünnschaligen Sorten wie Elstar nicht unbedingt, das spart Zeit und die Schale gibt Farbe. Boskoop hat allerdings eine feste, raue Schale, die im fertigen Kuchen zäh zwischen den Zähnen bleibt – die schält man besser.
Wie viel Apfel ist zu viel?
Bis etwa 1,8 Kilogramm auf diese Teigmenge funktioniert es. Darüber trägt der Teig das Gewicht nicht mehr, der Kuchen geht in der Mitte nicht durch und bleibt speckig. Lieber ein zweites Blech backen als eines überladen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Abgedeckt bei Zimmertemperatur hält der Kuchen drei Tage und bleibt durch die Apfelwürfel im Teig saftig. Im Kühlschrank wird er fest und trocken – dort gehört er nicht hin. Einfrieren klappt gut: in Stücken einzeln in Folie wickeln, bis zu drei Monate. Aufgetaute Stücke kurz bei 150 Grad aufbacken, dann schmecken sie wie frisch.

