Herzhafte Hausmannskost
Falscher Hase – saftiger Hackbraten mit Ei im Kern
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- Vorbereiten
- 25 Min.
- Kochen / Backen
- 1 Std. 5 Min.
- Ruhezeit
- 10 Min.
- Gesamtzeit
- 1 Std. 40 Min.
Falscher Hase ist ein Hackbraten, der seinen Namen der länglichen Form verdankt, die an einen Hasenrücken erinnert. Er entstand als günstiger Ersatz für echten Braten und war besonders in den Nachkriegsjahren ein beliebtes Sonntagsessen. Kennzeichen sind die hart gekochten Eier, die längs in die Mitte gelegt werden, sodass jede Scheibe ein Eiermuster zeigt. Saftig bleibt der Braten durch eingeweichtes Brötchen im Teig, einen Speckmantel und eine Garzeit, die sich an der Kerntemperatur orientiert statt an der Uhr. Aus dem Bratensatz und etwas Brühe entsteht eine einfache Soße. Dazu passen Kartoffelpüree, Salzkartoffeln, Erbsen und Möhren oder Rotkohl.

Von Diana Moeller · 25. Oktober 2026
Zutaten
Alles bereitgelegt?Für 6 Portionen
Für den Braten
Für die Soße
Energie pro Portion: 510 kcal · Angaben für das Originalrezept.
Zubereitung
Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Brötchen in kaltem Wasser einweichen. Die Zwiebelwürfel in einer kleinen Pfanne mit der Butter bei mittlerer Hitze etwa fünf Minuten glasig dünsten, ohne dass sie Farbe nehmen, und anschließend abkühlen lassen. Ganz abgekühlt werden sie später gleichmäßig unter den Teig gemischt.
⏱ ca. 5 Min.
Randnotiz: Gedünstete Zwiebeln machen den Braten milder und saftiger als rohe.
Die Brötchen gut ausdrücken und mit Hackfleisch, Zwiebeln, rohen Eiern, Senf, Petersilie, Paprika, Salz und Pfeffer in eine große Schüssel geben. Alles mit den Händen etwa zwei Minuten verkneten, bis der Teig gleichmäßig gebunden ist und beim Formen nicht mehr bröckelt. Nicht zu lange kneten, sonst wird der Braten fest und kompakt.
Die Hälfte des Teigs auf einem Brett zu einem flachen Rechteck von etwa 25 mal 12 Zentimetern formen. Die gekochten Eier hintereinander längs in die Mitte legen und leicht andrücken. Den übrigen Teig darüber verteilen und alles zu einem gleichmäßigen, länglichen Laib formen, sodass die Eier rundum bedeckt sind.
Die Speckscheiben quer und leicht überlappend über den Laib legen, die Enden unter den Braten schieben. Möhre und Zwiebel für die Soße in einen Bräter oder eine Auflaufform von etwa 30 mal 20 Zentimetern streuen und den Braten vorsichtig daraufsetzen. Der Speck hält den Braten saftig und gibt Fett an das Gemüse ab, aus dem später die Soße entsteht.
Den Braten im heißen Ofen auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten garen, bis der Speck zu bräunen beginnt. Dann 200 Milliliter Brühe um den Braten gießen, damit Gemüse und Bratsatz nicht verbrennen, und weitere 30 bis 35 Minuten garen. Zwischendurch den Braten mit dem Bratensaft beschöpfen.
⏱ ca. 65 Min.
Mit einem Bratenthermometer die Kerntemperatur im Fleisch neben dem Ei messen. Bei 72 °C ist der Braten gar und noch saftig. Herausnehmen, locker mit Alufolie abdecken und zehn Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft verteilt und die Scheiben beim Schneiden nicht zerfallen. Ohne Thermometer gilt: Beim Anstechen in der Mitte muss klarer Saft austreten.
⏱ ca. 10 Min.
Inzwischen den Bratensatz mit Gemüse und der restlichen Brühe in einen Topf geben, aufkochen und durch ein Sieb gießen, dabei das Gemüse ausdrücken. Sahne einrühren, mit der angerührten Stärke leicht binden und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Soße zu dünn, noch einige Minuten offen einkochen lassen.
⏱ ca. 5 Min.
Den Braten mit einem scharfen, langen Messer in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Nicht drücken, sondern mit langen Zügen sägen, damit die Eischeiben in der Mitte sauber bleiben. Mit der heißen Soße und den Beilagen servieren. Die Endstücke ohne Ei eignen sich gut für Brote am nächsten Tag.
Variationen
Mit Gewürzgurke: Statt der Eier zwei längs halbierte Gewürzgurken und einige Streifen gekochten Schinken in die Mitte legen.
Ohne Speck: Den Laib mit zerlassener Butter bestreichen und mit Semmelbröseln bestreuen. Er bekommt eine knusprige Kruste und wird etwas leichter.
Mit Käse: Zwei Scheiben Bergkäse um die Eier legen, bevor der restliche Teig darüberkommt. Beim Schneiden läuft der Käse leicht aus.
Häufige Fragen
Warum heißt das Gericht Falscher Hase?
Der Name bezieht sich auf die längliche Form des Bratens, die an einen Hasenbraten erinnert. In Zeiten, in denen Wild oder ganze Bratenstücke für viele Haushalte zu teuer waren, diente der Hackbraten als günstiger Ersatz. Mit Hasenfleisch hat das Gericht nichts zu tun.
Wie bleibt der Hackbraten saftig?
Eingeweichtes Brötchen bindet Flüssigkeit im Teig, der Speckmantel schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen. Am wichtigsten ist, den Braten nicht zu lange zu garen. Sobald im Kern 72 °C erreicht sind, kommt er aus dem Ofen. Die Ruhezeit hält den Saft im Fleisch.
Kann ich den Braten in einer Kastenform backen?
Ja, das funktioniert gut, besonders mit weicherem Teig. Die Form ergibt gleichmäßige Scheiben, allerdings bräunt der Braten nur an der Oberseite. Ausgetretenes Fett nach dem Garen abgießen. Die Garzeit verlängert sich in einer Form um etwa zehn Minuten. Den Teig dann gut in die Ecken drücken.
Wie lange müssen die Eier vorher kochen?
Für die Füllung werden die Eier etwa zehn Minuten hart gekocht, kalt abgeschreckt und gepellt. Wachsweiche Eier eignen sich nicht, weil sie beim langen Garen im Ofen ohnehin durchgaren und sich beim Füllen schlecht handhaben lassen. Die Eier sollten vor dem Einlegen gut abgekühlt und trocken getupft sein.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Reste innerhalb von zwei Stunden abkühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank innerhalb von zwei Tagen verbrauchen. Falscher Hase schmeckt kalt in Scheiben auf Brot oder aufgewärmt in der Soße. Zum Erwärmen die Scheiben in Soße zugedeckt erhitzen, bis sie durchgehend heiß sind. Wegen der Eier nicht einfrieren, sie werden gummiartig.

