Cremeschnitten wie von Oma – Vanillecreme zwischen zwei Böden
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Cremeschnitten waren bei uns der Kuchen, bei dem man aufpassen musste, dass niemand vorher heimlich eine Ecke abschnitt. Der Aufbau ist simpel – zwei Böden, viel Creme dazwischen – und genau deshalb entscheidet alles an der Creme: Sie muss so fest sein, dass ein Stück steht, und trotzdem im Mund verschwinden.

Auf einen Blick
11 Std. 5 Min.
Gesamtzeit
40 Min.
Arbeitszeit
20 Stücke
Menge
330 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 20 Stücke
Für die Böden
Für die Creme
Zum Bestäuben
Zubereitung
Backofen auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen (oder nacheinander backen). Eiweiße mit Salz steif schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen.
⏱ ca. 10 Min.
Eigelbe mit dem restlichen Zucker und dem heißen Wasser sehr hell und dickcremig aufschlagen. Mehl und Backpulver darübersieben, den Eischnee daraufgeben und alles vorsichtig unterheben.
⏱ ca. 10 Min.
Randnotiz: Das heiße Wasser ist ein alter Trick: Es löst den Zucker vollständig auf und macht den Biskuit feiner und elastischer, sodass er später nicht bricht.
Den Teig auf die beiden Bleche verteilen und jeweils dünn ausstreichen – etwa 30 × 40 cm. Jedes Blech 12 bis 13 Minuten backen, bis der Boden hellgoldgelb ist und auf Fingerdruck zurückfedert. Auf dem Papier auskühlen lassen.
⏱ ca. 25 Min.
Für die Creme aus Milch, Puddingpulver und Zucker einen Pudding kochen, sofort mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken und auf ZIMMERTEMPERATUR abkühlen lassen – nicht im Kühlschrank.
⏱ ca. 20 Min.
Die weiche Butter mit dem Vanillezucker weiß-schaumig aufschlagen, dann den zimmerwarmen Pudding esslöffelweise unterrühren. Die Sahne mit Sahnesteif steif schlagen und zuletzt unterheben.
⏱ ca. 15 Min.
Randnotiz: Butter und Pudding müssen dieselbe Temperatur haben. Ist der Pudding kalt, gerinnt die Creme sofort zu Flöckchen. Passiert es: Schüssel kurz in warmes Wasser stellen und weiterschlagen.
Einen Boden auf ein Blech legen, die gesamte Creme darauf verstreichen – sie soll gut drei Zentimeter hoch stehen – und den zweiten Boden auflegen. Leicht andrücken, abdecken und über Nacht kalt stellen. Erst vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und in Stücke schneiden.
⏱ ca. 15 Min.
Von uns getestet
Pudding zimmerwarm gegen Pudding kalt aus dem Kühlschrank – zweimal dieselbe Buttercreme angerührt. Mit kaltem Pudding gerinnte die Creme innerhalb von Sekunden sichtbar zu Butterflöckchen in einer wässrigen Masse; sie ließ sich nur durch Erwärmen mit Mühe retten und blieb körnig. Mit zimmerwarmem Pudding blieb dieselbe Creme glatt und glänzend. Der Unterschied lag bei gemessenen acht Grad – mehr braucht es nicht, damit Butterfett wieder fest wird.
Variationen
Mit Schokoladencreme: 3 EL Kakao in den Pudding, dann eine dunkle Variante.
Mit Früchten: eine Lage Sauerkirschen oder Erdbeeren zwischen Creme und oberem Boden.
Mit Zuckerguss statt Puderzucker: 200 g Puderzucker mit Zitronensaft anrühren und den Deckel damit überziehen, bevor er aufgelegt wird.
Als Cremeschnitten mit Blätterteig: statt Biskuit zwei blind gebackene Blätterteigplatten – die klassische österreichische Variante.
Häufige Fragen
Warum ist meine Creme zu weich?
Meist zu wenig Puddingpulver für die Milchmenge oder die Sahne war nicht wirklich steif. Auf einen Liter Milch gehören drei Päckchen – das ist mehr als auf der Packung steht und genau so gewollt, weil die Creme ein Stück tragen muss. Sahnesteif ist hier keine Bequemlichkeit, sondern nötig.
Kann ich die Böden am Vortag backen?
Ja, das ist sogar praktisch. Ausgekühlt in Folie gewickelt bleiben sie einen Tag bei Zimmertemperatur perfekt. Nicht in den Kühlschrank – dort wird fettfreier Biskuit zäh.
Wie bekomme ich saubere Schnitte?
Den oberen Boden vorschneiden (siehe Omas Tipp) und ein langes Messer benutzen, das vor jedem Schnitt in heißes Wasser getaucht und abgewischt wird. Und die Schnitten müssen wirklich durchgekühlt sein – mindestens acht Stunden.
Geht das auch ohne Butter in der Creme?
Man kann Pudding und Sahne allein nehmen, dann ist es leichter und frischer. Die Creme wird dadurch aber deutlich weniger schnittfest, und die Schnitten müssen mit dem Löffel gegessen werden. Für den klassischen Aufbau gehört die Butter dazu.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank halten die Schnitten drei Tage und werden am zweiten Tag am besten, weil die Böden dann Feuchtigkeit aus der Creme gezogen haben. Puderzucker erst kurz vor dem Servieren aufstreuen, er zieht sonst ein. Einfrieren funktioniert stückweise (zwei Monate) – im Kühlschrank auftauen, nie bei Zimmertemperatur, sonst schwitzt die Creme.

