Buttermilch-Schokoladenkuchen vom Blech wie von Oma
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Angebrochene Buttermilch war für meine Oma nie ein Problem, sondern ein Grund zum Backen. Aus dem halben Liter im Kühlschrank wurde dieser Schokokuchen vom Blech – dunkler, lockerer und saftiger als jeder Rührkuchen mit Milch. Bis heute mein erster Griff, wenn schnell etwas für viele gebraucht wird.

Auf einen Blick
2 Std. 20 Min.
Gesamtzeit
20 Min.
Arbeitszeit
20 Stücke
Menge
310 kcal
Energie pro Portion
Zutaten
Für 20 Stücke
Für den Teig
Für den Guss
Zubereitung
Nimm Buttermilch, Butter und Eier eine gute Stunde vorher aus dem Kühlschrank – kalte Buttermilch lässt die aufgeschlagene Butter sofort gerinnen. Heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor und lege die tiefe Fettpfanne des Backofens (etwa 35 × 40 cm) mit Backpapier aus.
Rühre die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker etwa 5 Minuten, bis die Masse hell und deutlich luftiger geworden ist. Schlag die Eier einzeln unter und rühre jedes eine halbe Minute ein, bevor das nächste folgt. Diese Geduld bringt die Luft in den Teig, die der Kuchen später zum Aufgehen braucht.
⏱ ca. 8 Min.
Mische Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz und sieb die Mischung, damit keine Kakaonester im Teig bleiben. Rühre sie abwechselnd mit der Buttermilch in drei Portionen kurz unter die Buttermasse. Sobald das Natron auf die saure Buttermilch trifft, beginnt es zu arbeiten – ab jetzt zügig weitermachen und nicht mehr lange rühren.
⏱ ca. 5 Min.
Randnotiz: Der Teig darf leicht fleckig aussehen – lieber ein paar Mehlschlieren als ein zäh gerührter Kuchen.
Streich den Teig gleichmäßig auf das Blech und backe ihn auf der mittleren Schiene 25 bis 30 Minuten. Mach ab Minute 25 die Stäbchenprobe: Bleibt kein feuchter Teig am Holz hängen, ist er fertig. Lass den Kuchen auf dem Blech vollständig auskühlen.
⏱ ca. 30 Min.
Hack die Kuvertüre grob und schmilz sie mit der Butter über einem warmen Wasserbad, das nicht kocht. Rühre den Guss glatt und verteile ihn zügig auf dem ausgekühlten Kuchen. Wer mag, streut jetzt bunte Zuckerstreusel darüber – bei Oma gehörten sie dazu.
⏱ ca. 10 Min.
Lass den Guss bei Zimmertemperatur anziehen, bis er matt wird, und schneide den Kuchen erst dann in Stücke. In den Kühlschrank sollte er dafür nicht: Dort wird Kuvertüre stumpf und bekommt einen grauen Schleier.
Von uns getestet
Für den direkten Vergleich haben wir denselben Teig einmal mit Buttermilch und Natron und einmal mit normaler Vollmilch und nur Backpulver gebacken. Der Unterschied war größer als erwartet: Die Buttermilch-Version ging etwa einen Zentimeter höher auf, war feinporiger und deutlich dunkler, weil das Natron mit der Säure reagiert und die Kakaofarbe vertieft. Die Milch-Version schmeckte flacher und war schon am zweiten Tag trockener. Auch Öl statt Butter haben wir probiert – saftig, aber es fehlt das Butteraroma, das diesen Kuchen ausmacht.
Variationen
Rühre 200 g gut abgetropfte Sauerkirschen unter den Teig – Schokolade und Kirsche machen ihn zum Geburtstagsklassiker.
Für einen Gugelhupf halbierst du die Menge und backst ihn etwa 50 Minuten bei 175 °C – Stäbchenprobe nicht vergessen.
Ein Teelöffel Instantkaffee im Teig vertieft den Schokoladengeschmack, ohne dass der Kuchen nach Kaffee schmeckt.
Statt Guss reicht unter der Woche auch eine dicke Schicht Puderzucker – so gab es ihn bei uns am häufigsten.
Häufige Fragen
Kann ich das Natron einfach weglassen?
Besser nicht. Das Natron reagiert mit der Säure der Buttermilch und sorgt für die besonders lockere Krume und die dunkle Farbe. Nur mit Backpulver wird der Kuchen zwar auch gar, aber dichter und heller. Ohne Natron im Haus nimmst du insgesamt 3 TL Backpulver und rechnest mit einem etwas kompakteren Ergebnis.
Kann ich saure Sahne oder Joghurt statt Buttermilch nehmen?
Ja, beides funktioniert, weil auch hier genug Säure für das Natron enthalten ist. Joghurt verdünnst du am besten mit einem Schuss Milch auf Buttermilch-Konsistenz. Der Kuchen wird minimal schwerer, bleibt aber genauso saftig.
Passt der Teig auch in eine Springform?
Für eine 26er-Springform halbierst du die Zutaten und backst den Kuchen etwa 40 Minuten. Die volle Menge ist für die tiefe Fettpfanne des Ofens gerechnet und würde in der Springform überlaufen.
Warum ist mein Schokokuchen trocken geworden?
Fast immer war er schlicht zu lange im Ofen – dunklen Teigen sieht man die Bräunung nicht an, deshalb verzeihen sie keine zehn Minuten extra. Verlass dich auf die Stäbchenprobe ab Minute 25. Auch zu langes Rühren nach der Mehlzugabe macht die Krume fest und trocken.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
In einer gut schließenden Dose oder unter einer Tortenhaube bleibt der Kuchen bei Zimmertemperatur vier bis fünf Tage saftig – die Buttermilch wirkt wie eine eingebaute Frischhaltung. In den Kühlschrank muss er nicht, dort leidet nur der Guss. Eingefrorene Stücke halten drei Monate und tauen in einer Stunde bei Zimmertemperatur auf.

